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Biologische Oralchirurgie


Die Biologische Oralchirurgie ist aus der Lehre der Biologischen Zahnmedizin und der klassischen Oralchirurgie entsprungen. Dabei liegt das Augenmerk auf die gesundheitliche Verbesserung des Patienten, wobei die bewährten oralchirurgischen Techniken und Methoden berücksichtig werden.

In der Biologischen Oralchirurgie werden die Materialien so ausgewählt, dass der Körper nicht belastet wird, z.B. Keramikimplantate anstatt Titanimplantate. Die Operationstechniken, sind so modifiziert, dass postoperative Schwellung so gering wie möglich ausfällt, z.B. minimalinvasive und atraumatische Techniken der Schnitt- und Nahtführung.

Die vollständige Reinigung aller entzündlichen Prozesse und die gründliche Desinfektion mit Ozon, sind essentiell für eine optimale Wundheilung. Zusätzliche Massnahmen zur Unterstützung der Regeneration, wie z.B. die A-PRF-Technik, sind ebenfalls ein Teil des Konzeptes.

Alle Massnahmen und Techniken dieses Konzeptes greifen Hand in Hand und verbessern den Ausgang der Operation signifikant. So können Schmerzen, postoperative Schwellungen und Entzündungen auf ein Minimum reduziert werden.

Durch langjährige Erfahrung in der Biologischen Oralchirurgie, die modifizierten OP-Techniken und zusätzlichen Massnahmen, können wir grosse Sanierungen, unkompliziert, in ein bis zwei Sitzungen, lösen.

Vorbereitung für eine Operation


Die Vorbereitung für einer Operation, zielt darauf ab, den Patienten in einen Zustand zu bringen, bei dem Wund- und Knochenheilung optimal ablaufen. Hierfür bedienen wir uns eigenen Massnahmen und arbeiten zusätzlich, eng mit Experten aus unterschiedlichen medizinischen Fachrichtungen zusammen. 

Die Versorgung des Körpers mit notwenigen Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen ist ein wichtiger Punkt. Besonders Vitamin D3 und Vitamin K2, sollten im höheren Bereich liegen, da diese für die Wundheilung und besonders für die Knochenheilung, von grosser Bedeutung sind. Mineralstoffe, wie Magnesium, Calcium und Silizium, sind notwendige Bausteine und können über eine ausgewogene Ernährung und zusätzlich über Supplements zugeführt werden. 

Die dauerhafte Verbesserung der oralen Bakterienflora ist ebenfalls ein wichtiger Punkt und sollte beherzigt werden. Dafür ist es wichtig, dass nur die pathogenen (krankhaften) Bakterien eliminiert werden. Gesunde und förderliche Bakterienstämme, bleiben am Leben und werden gestärkt. 

Vor einer Operation sollte die Mundflora optimiert sein, damit krankhafte und aggressive Bakterien nicht in der Lage sind, die frische Wunde zu infizieren. 

Präoperative 3D Röntgendiagnostik


Vor grösseren operativen Eingriffen und bei Keramikimplantaten, ist es wichtig, dass der Zahnarzt einen präzisen Überblick von der Anatomie erhält. Ein dreidimensionales Röntgenbild (Digitale Volumentomografie, DVT) ist die Methode der Wahl und liefert eine Bildgebung, die den exakten anatomischen Dimensionen entspricht. 

In unserer Zahnarztpraxis verwenden wir das Planmeca ProMax 3D Mid. Dieses verfügt über das Planmeca Ultra Low Dose Protokoll und ist in der Lage, eine hohe Auflösung, bei gleichzeitig geringer Strahlenbelastung, zu gewährleisten. 

Durch die Digitale Volumentomografie, kann der Zahnarzt die ideale, dreidimensionale Lage der Keramikimplantate bestimmen und diese in exakter Position inserieren. Wichtige anatomische Strukturen, wie Unterkiefernerv oder Kieferhöhlen können genau in ihrer Ausdehnung lokalisiert und entsprechend geschützt werden. 

Auch vor der Entfernung von verlagerten Weisheitszähnen oder Kieferentzündungen, ist ein DVT sehr hilfreich. So kann die Entfernung minimalinvasiver und schonender durchgeführt werden und die umliegenden anatomischen Strukturen werden bestmöglich geschont. 

All-in-one Konzept


Das All-in-one Konzept hat sich bei grossen und komplexen Fällen sehr bewährt. Es kann die komplette operative Behandlung, mit geringem Risiko, in einer Sitzung, durchgeführt werden. 

So können alle kranken und entzündeten Zähne gezogen, Keramikimplantate sofort inseriert und mit Langzeitprovisorien versorgt werden. Dadurch erspart man sich lästige und wenig zielführende Zwischenschritte und bietet dem Patienten einen grossen Mehrwert. 

 

Vorteile

  • Nach der Zahnentfernung muss nicht mehr mit der Implantation gewartet werden. Sofortimplantate sorgen dafür, dass der Kieferknochen, in Höhe und Breite, stabil bleibt – ein Knochenabbau wird verhindert.
  • Da es nicht zum Knochenabbau kommt, ist in den allermeisten Fällen kein Knochenaufbau notwendig. 
  • Durch die Sofortimplantation und Langzeitprovisorien aus hochwertigem Kunststoff, können unschöne Lücken vermieden werden.
  • Häufige Operationen und lange Wartzeiten dazwischen werden überflüssig. Das Ziel, festsitzende Zähne, wird in Rekordzeit erreicht. 
  • Durch unseren grossen Erfahrungsschatz im Bereich der Sofortimplantation und des All-in-one Konzeptes, geben wir unseren Patienten eine Garantie auf die Einheilung der Keramikimplantate. 

Unser Ziel ist es, dass der Patient schnell und unkompliziert die festsitzende Wunschversorgung seiner Zähne bekommt und die Wundheilung bestmöglich ablaufen kann. Dazu sind die entsprechenden Techniken der Biologischen Oralchirurgie und der Biologischen Zahnmedizin essentiell. 

Schnitt- und Nahttechnik


Bei einer Operation im Kieferbereich ist es häufig notwendig, dass ein Schnitt des Zahnfleisches durchgeführt wird. So kann der Chirurg einen kaputten Zahn, einen Fremdkörper und eine Entzündung leichter entfernen oder sich ein besseres Bild von dem Knochenangebot verschaffen. Die Schnittführung und die Länge des Schnittes können die Regeneration der Wunde stark beeinflussen. So können Wundheilung, Wundschwellung und Wundschmerz zunehmen, sofern der Schnitt zu lang angelegt oder nicht korrekt geführt wurde.  

Generell sollte die Schnitttechnik so atraumatisch und minimalinvasiv wie möglich erfolgen. Dadurch werden die Wundverhältnisse klein gehalten und die Wundregeneration profitiert davon. 

Nach jedem Gewebeschnitt, sollten die Wundränder durch eine Naht adaptiert werden. Dadurch kann der durchgeführt Zahnfleischschnitt wieder schnell zusammenwachsen und die Gefahr einer Wundinfektion wird stark verringert. 

Auch bei dem Nähen ist die Technik entscheidend und sollte verschiedene Anforderungen erfüllen. 

  • So sollte die Naht, den Wangen- und Lippenzug auf die Wunde, vollständig abfangen. Denn jede Mundbewegung erzeugt einen Zug, welcher sich nachteilig auf die Wundverhältnisse auswirken kann. 
  • Das Zahnfleisch sollte an Ort und Stelle stabilisiert und gestützt werden. Freiliegende Zahnhälse und Rückgang der Zahnfleischpapille werden dadurch minimiert. 
  • Minimalinvasives und atraumatisches Nähen, ohne Spannungen und Zug im Weichgewebe zu erzeugen.

Entfernung von Zähnen


Ein Zahn wird entfernt, wenn dieser so stark zerstört ist, dass eine Zahnerhaltung nicht mehr möglich ist. Dies kann durch Einfluss von Karies, Parodontitis oder ein Trauma des Zahnes erfolgen.  

Auch bei Entzündungen des zahnbegrenzenden Knochens, ist eine Entfernung des Zahnes, häufig die einzige Möglichkeit. Solche Knochenentzündungen kommen oft bei toten, wurzelkanalbehandelten Zähnen vor und können sowohl röntgenologisch, als auch histologisch, nachweisbar sein. 

Bei der Entfernung der Zähne hat es sich bewährt, sehr vorsichtig und schonend vorzugehen. Eine unnötige Gewebeverletzung sollte unbedingt vermieden werden. Idealerweise sollte der gezogene Zahn sofort mit einem Keramikimplantat ersetzt werden. Dafür ist es von grosser Wichtigkeit, dass der gesunde, umliegende Knochen, unter keinen Umständen abgetragen wird.

Nach der Zahnentfernung, sollten alle Entzündungen des Knochens und des Weichgewebes vollständig entfernt werden. Das leere Zahnfach wird komplett kürettiert, damit keine Fasern des Zahnhalteapparates mehr vorhanden sind. 

Die Wunde wird desinfiziert, A-PRF-Membranen werden eingelegt und die Wundränder werden mit einer hochwertigen Naht adaptiert.

Entfernung von Weisheitszähnen


Weisheitszähne haben häufig nicht genug Platz im Kieferknochen, wodurch sie eine Schmutznische bilden, welche sich leicht entzünden kann. Immer wiederkehrende, schmerzhafte Entzündungen des anliegenden Zahnfleisches sind die Symptome. 

Auch der umliegende Knochen kann röntgenologisch und histologisch eine Entzündung aufweisen. Eine solche Entzündung kann akut und schmerzhaft oder chronisch und asymptomatisch sein. 

Weisheitszähne können durchgebrochen, teilweise durchgebrochen oder nicht durchgebrochen (retiniert) sein. Ausserdem gibt es häufige Fälle der Nichtanlage, wobei kein Weisheitszahn vorhanden ist. 

Durchgebrochene Weisheitszähne können meistens in einem Stück, wie normale Zähne, entfernt werden. 

Retinierte Weisheitszähne hingegen, befinden sich vollständig im Kieferknochen, weshalb ein Zahnfleischschnitt und ein Knochenzugang notwendig sind. Beides sollte so klein wie möglich gewählt werden, wobei die Sicht und das Arbeiten nicht erschwert sein dürfen. Die freigelegten Weisheitszähne werden, an strategisch günstigen Stellen, getrennt und vorsichtig in Stücken herausgeholt. Auch hierbei sollte der Knochen und das Weichgewebe so wenig wie möglich verletzt werden. 

Alle umliegenden Entzündungen im Knochen und im Zahnfleisch werden vollständig beseitigt, bis nur noch gesundes Gewebe vorhanden ist. Dieser Vorgang ist für eine Wundheilung ohne Komplikationen enorm wichtig.

Genauso wie bei der Zahnentfernung, werden die Haltefasern entfernt, die Wunde desinfiziert, A-PRF-Membranen eingebracht und die Wunde spannungsfrei vernäht.

Entfernung von Entzündungen


Entzündungen im Knochen und im Weichgewebe können Schmerzen verursachen und haben einen grossen Einfluss auf die Gesundheit. Daher ist es wichtig, solche Entzündung zu therapieren. 

Besonders bei Knochenentzündungen ist man häufig auf einen operativen Eingriff angewiesen. So können Entzündungsprozesse an der Zahnwurzelspitze oder um Weisheitszähne herum, oft nur auf dem chirurgichen Wege beseitigt werden. 

Bei der Entfernung ist auf gründliches Arbeiten zu achten, damit keine Überreste im Körper verbleiben. Dazu kann man sich die Technik der Piezochirurgie zu Nutze machen, wodurch präzise gearbeitet werden kann und wichtige anatomische Strukturen, z.B. Unterkiefernerv oder Kieferhöhlen, maximal geschont werden.

Vollständige Entfernung aller Fremdkörper


Häufig befinden sich verschiedene Fremdmaterialien im Knochen und der Schleimhaut, welche durch frühere Behandlungen beim Zahnarzt, eingebracht worden sind.

Dazu gehören z.B.:

  • Überpresstes Wurzelfüllmaterial 
  • Splitter von Amalgam oder anderem Metall
  • Abgebrochene Zahnwurzelspitzen und andere Zahnfragmente 

Diese Fremdkörper können, sowohl aus toxikologischer, als auch allergologischer Sicht, kritisch für den Organismus sein. Eine Entfernung sollte immer unter strenger Risiko-Nutzen-Abwägung vorgenommen werden. Dabei ist die vollständige Entfernung immer anzustreben. 

Selbstverständlich ist bei Operationen akribisch drauf zu achten, dass keine neuen Fremdkörper im Kieferknochen eingebracht werden. So sollte verhindert werden, dass angrenzende Füllungen absplittern und sich in der Wunde festsetzen oder Zahnwurzelreste im Kiefer verbleiben.

Piezochirurgie


Die Piezochirurgie (Ultraschallchirurgie) ist eine minimalinvasive Methode zur Operation des Knochens, bei der Ultraschall eingesetzt wird, um die Instrumente in Schwingungen zu versetzen. 

Die Frequenz der schwingenden Instrumente ist so gewählt, dass ausschliesslich hartes und mineralisiertes Gewebe bearbeitet werden kann. Weichgewebe wie Zahnfleisch, Kieferhöhlenschleimhaut, Nerven oder Blutgefässe werden geschont, wodurch das Risiko einer Verletzung praktisch ausgeschlossen ist. 

Die Verwendung der gängigen, rotierenden Bohrer und Fräser hingegen, birgt ein erhöhtes Verletzungsrisiko und sollte, durch die Technik der Piezochirurgie, ersetzt werden.

Die Piezochirurgie kann ideal angewendet werden bei:

  • Entfernung von Weisheitszähnen
  • Knochenaufbau mit Eigenknochen
  • Verbreiterung des Kieferkammes (bone splitting)
  • Präzises Anlegen eines Knochenfensters als Zugang
  • Entfernung von Fremdkörpern aus dem Knochen

Mit Hilfe der Ultraschallchirurgie kann besonders schonend und haargenau gearbeitet werden. Dementsprechend ist das Trauma geringer und die Wundheilung besser.

Desinfektion mit Ozon


Ozon ist ein kleines, gasförmiges Molekül, welches aus drei Sauerstoffatomen aufgebaut ist (03). Die positiven Eigenschaften auf die Gesundheit sind schon lange bekannt und die Anwendungen sind vielfältig. 

In der Zahnmedizin kann Ozon sehr effektiv bei Karies und Problemen des Zahnfleisches eingesetzt werden und auch in der Oral- und Kieferchirurgie bietet Ozon einen grossen Mehrwert.

Bei zahnärztlichen Operationen wird die Wunde mit Ozon behandelt. Die kleinen, sauerstoffhaltigen Moleküle dringend tief in das Gewebe ein und zeigen dort vielfältige Wirkungen:

  • Desinfektion der Wunde. Anaerobe, krankhafte Bakterien, Viren und Pilze werden eliminiert. Folglich nimmt die Wahrscheinlichkeit einer postoperativen Wundinfektion deutlich ab. 
  • Ozon zerfällt im Gewebe zu Sauerstoff und erhöht die Sauerstoffversorgung des umliegenden Gewebes. 
  • Die Durchblutung der Wundregion verbessert sich. Dadurch gelangen mehr Stammzellen und wichtige Bausteine in den OP-Bereich. 

Zur Vermeidung einer postoperativen Komplikation, kann Ozon sehr effektiv mit der Anwendung von A-PRF kombiniert werden.

Körpereigener Wundverband – A-PRF


A-PRF (Advanced Platelet Rich Fibrin) ist eine Methode, zur Herstellung von körpereigenem Wundverband, zum Schutz und Regeneration der Wunde, nach chirurgischen Eingriffen.

Direkt vor der Operation wird dem Patienten eine geringe Menge Blut abgenommen, welches anschliessend zentrifugiert wird. Dies geschieht in einer speziellen Zentrifuge, wobei Drehgeschwindigkeit und Dauer exakt angepasst werden. 

Durch den Zentrifugierungsprozess, wird das Blut in seine Bestandteile aufgetrennt, wobei die schweren roten Blutkörperchen nach aussen gedrückt werden. Der gelbliche Anteil des Blutes, welcher eine hohe Konzentration von Blutplättchen (für die Gerinnung) und weissen Blutkörperchen (für die Immunabwehr) besitzt, bildet die zelluläre Basis der hergestellten Plasma-Membranen. Zusätzlich besitzen die Membranen hohe Konzentrationen von körpereignen Mineralien, Nährstoffen, Hormonen und Proteinen. 

Diese Zusammensetzung an wichtigen Zellen und Bausteinen, bildet eine ideale Grundlage für ein stabiles Fibrin-Gerüst, welches dicht mit den Wundrändern verklebt und keine Möglichkeit der Infektion bietet.  

Das Wundgerüst entscheidet darüber wie die frühe Heilungsphase ablaufen wird. Sollte es sich von den Wundrändern ablösen, ist eine Wundinfektion mehr als wahrscheinlich. Die Fibrin-Membran klebt fest und sicher an den Wundrändern und bietet maximalen Schutz. 

Über die Wundränder gelangen nun Stammzellen in das Fibrin-Gerüst und wandeln die Membran in Kieferknochen um. 

Vorteile der A-PRF-Methode:

  • Komplikationen nach Operationen, z.B. Schmerzen, Schwellung, Entzündung, finden viel seltener statt. 
  • Die Wundheilung wird beschleunigt. 
  • Der Knochen wird schneller aufgebaut und bleibt in seiner Dimension stabil. Knochenverlust wird vermieden (socket preservation).
  • Vollständig körpereigenes Verfahren ohne Fremdmaterial 

Keramikimplantate als Sofortimplantation


Keramikimplantate haben gegenüber Titanimplantaten viele weitreichende Vorteile. Lesen Sie dazu den

HauptartikelKeramikimplantate.

Sofern ein Zahn entfernt werden muss, ist es empfehlenswert, das Keramikimplantat, in der gleichen Sitzung zu inserieren. Dieses Vorgehen, also Zahn raus und Implantat rein, wird als Sofortimplantation bezeichnet.

Bei der Sofortimplantation ist ein sehr sauberes und präzises operieren eine absolute Voraussetzung.

Dazu gehören:

  • Die vollständige Extraktion des Zahnes, ohne den angrenzenden Kieferknochen zu beschädigen
  • Die komplette Entfernung aller Entzündungen und kollagenen Fasern.
  • Gründliche Desinfektion des Zahnfaches
  • Primärstabile Verankerung des Keramikimplantates im vorhandenen Knochen

Die Sofortimplantation hat gegenüber der Spätimplantation viele entscheidende Vorteile:

  • Bestmögliche Ästhetik, da Knochen und Zahnfleisch sofort von dem Implantat stabilisiert werden. Unschöne Einziehungen im Knochen und Zahnfleisch werden verhindert.
  • Nach einem Zahnverlust wird die Knochenheilung aktiviert. Entsprechend ist auch die Osseointegration bei der Sofortimplantation verbessert.
  • Mehrere operative Eingriffe, mit wiederholten Spritzen, können vermieden werden. Der Patient kommt schneller ans Ziel.

In unserer Zahnarztpraxis haben wir das Konzept der Sofortimplantation perfektioniert und setzen dementsprechend fast alle Implantate sofort ein. Wegen der sehr guten Prognose, geben wir unseren Patienten eine Einheilgarantie.

Interner und externer Sinuslift


Der Begriff Sinuslift setzt sich zusammen aus:

  • Sinus maxillaris = Kieferhöhle
  • Lift = liften, anheben

Folglich handelt es sich um eine Technik, bei der die Kieferhöhle, welche sich über den Oberkiefer Seitenzähnen befindet, angehoben wird. Durch das Anheben/Liften des Kieferhöhlenbodens wird ein Hohlraum geschaffen, welcher sich mit neuem Knochen ausfüllt. Dieser neue Knochen wird verwendet, um ein Implantat stabil zu verankern.

In den meisten Fällen verwenden wir den interne Sinuslift, welcher intern, durch das Knochenfach des frisch gezogenen Zahnes bzw. über das Bohrloch, durchgeführt wird. Es handelt sich um eine sehr schonende und minimalinvasive Methode des Knochenaufbaus im seitlichen Oberkiefer. Durch vorsichtiges Klopfen mit Osteotomen wird der Kieferhöhlenboden angehoben und bietet eine exzellente Verankerung des Implantates. Der gebildete Hohlraum wird mit Blut und später mit stabilem Eigenknochen ausgefüllt. Ein Knochengewinn von bis zu 5mm ist mit dieser Methode möglich.

Der externe Sinuslift wird auch als lateraler (seitlicher) Sinuslift bezeichnet. Das Liften der Kieferhöhle erfolgt dabei nicht über das Knochenfach oder Bohrloch, sondern über ein lateral angebrachtes Knochenfenster. Sowohl die Fensterung des Kieferknochens, als auch die vorsichtige Ablösung der Kieferhöhlenschleimhaut, können mit Hilfe der Piezochirurgie, minimalinvasiv und atraumatisch erfolgen. Über den seitlichen Zugang, wird der gebildete Hohlraum (unter der Kieferhöhlenschleimhaut) mit Eigenknochen des Patienten aufgefüllt. Diese Technik wird angewendet, wenn sehr wenig Knochen zur Verankerung des Implantates, vorhanden ist.

In den allermeisten Fällen, können wir mit dem internen Sinuslift, eine hohe Implantatstabilität erreichen und auf Knochenaufbau verzichten. Selbstverständlich kann der interne und der externe Sinuslift mit der Sofortimplantation kombiniert werden. Dadurch können, trotz wenig Knochen, unangenehme Mehrfacheingriff vermieden werden und der Patient kommt schnell und unkompliziert zum Ziel.

Knochenaufbau mit Eigenknochen


Sofern Knochenhöhe und Knochenbreite für eine Implantation nicht ausreichen, ist ein Knochenaufbau notwendig. Aus gesundheitlicher Sicht ist es vorteilhaft, Eigenknochen zu verwenden, da Knochenfremdmaterialien immer lokale Entzündungsprozesse verursachen.  

Als Eigenknochen können Knochenspäne oder ein Knochenblock verwendet werden. 

Die Knochenspäne werden bevorzugt in einem sterilen Knochensammler (z.B. Safescraper) aufgefangen und ohne Kontamination in den Knochendefekt eingebracht. 

Ein Knochenblock wird mit Hilfe der Piezochirurgie schonend und passganau entnommen und anschliessend an korrekten Ort platziert. Dieser verheilt mit dem vorhandenem Knochen und verbessert das Knochenangebot in horizontaler und vertikaler Richtung. 

Auf die Verwendung von Knochenfremdmaterial solle wenn möglich verzichtet werden. Sofern es jedoch keine andere Möglichkeit gibt, ist das Material so zu wählen, dass die Biologie bestmöglich ist und es zu einer vollständigen Knochenumwandlung kommt. 

Nachbehandlung


Während und auch nach der Operation ist darauf zu achten, dass der Wundbereich ausreichend gekühlt wird. Durch Wunden werden verschiedene Gewebebereiche von einer idealen Blutversorgung abgetrennt und leiden unter Sauerstoffmangel. Die Kühlung sorgt dafür, dass die Stoffwechselgeschwindigkeit des Gewebes reduziert wird und der Sauerstoffbedarf absinkt. Folglich reicht die Sauerstoffmenge aus, damit sich das Gewebe gut regenerieren kann. 

Es ist unbedingt darauf zu achten, dass die Gewebetemperatur nicht unter 15 °C

absinkt, da es sonst zu einem Lymphstau kommt. Der Abtransport wird lahmgelegt und die Regeneration sinkt ab. Die dauerhafte und präzise Kühlung bei ca. 18 °C kann mit dem Hilotherm Kühlgerät durchgeführt werden. 

Nach einer Operation dauert es 2-3 Monate bis sich fester und stabiler Knochen bildet. In dieser Zeit und auch danach sollte der Körper mit wichtigen Vitaminen, Mineralstoffen und Bausteinen versorgt werden. Dazu gehören unter anderem Vitamin D3, K2, Magnesium, Calzium, Silizium und Bor. 

Diese werden über Supplements und über eine hochwertige und ausgeglichene Ernährung zugeführt. 

Auch die Bakterienflora in der Mundhöhle sollte dauerhaft stabil bleiben und keine krankhaften Prozesse mehr verursachen. Auf diese Weise können die gesetzten Keramikimplantate ein Leben lang, fest im Knochen verankert bleiben.

FAQ


Gibt es Unterschiede beim Vorgehen im Oberkiefer und Unterkiefer?
Der Oberkiefer ist etwas weicher als der Unterkiefer, folglich gibt es Unterschiede bei dem Bohrprotokoll für die Implantate.
Ausserdem befinden sich im Oberkiefer Seitenzahnbereich die Kieferhöhlen und im Unterkiefer liegen die Unterkiefernerven. Demensprechend kommt es zu geringfügigen Unterschieden bei den Operationen.
Ist eine Kühlung nach der OP sinnvoll und wie lange?

Eine Kühlung ist sehr sinnvoll und sollte am OP-Tag und ein bis zwei Tage danach erfolgen. In unserer Praxis erfolgt die Kühlung mit der Hilotherm-Kühlmaske. Sofern Sie für zu Hause ebenfalls ein solches Kühlgerät benötigen, sprechen Sie uns bitte einige Wochen vor der OP darauf an.

Ist das All-in-one Konzept auch bei chronisch kranken und geschwächten Patienten geeignet?

Wir arbeiten eng mit Ärzten und Heilpraktikern zusammen. Je nach Zustand des Patienten und Dringlichkeit der Behandlung, wird die Therapie immer sehr individuell geplant. Interdisziplinär können entsprechende Vor- und Nachbereitungen, zur Stärkung des Patienten, durchgeführt werden.

Können die Operationen auch in Vollnarkose durchgeführt werden?

In unserer Praxis arbeiten wir mit einem sehr professionellem Narkoseteam und können alle Behandlungen unter Vollnarkose anbieten. Lesen Sie dazu den Artikel → Vollnarkose.

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